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	<title>Rezension Archives - Ehmers-Blog</title>
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		<title>Über den Umgang mit E-Mails</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2012 10:52:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auch lesenswert]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es hat etwas Gutes, wenn morgens die erwartete Schlange vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen kürzer ist als befürchtet. So ging es mir heute in München. Aber so konnte ich gegenüber Gate G17 einen besonderen Buchladen entdecken &#8211; gerade recht, um dort die gewonnenen Minuten zu verbringen. Dort sprang es mich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://redesign.ehmers-blog.de.w0123a6b.kasserver.com/wp-content/uploads/2012/05/Buch-Umgang-mit-E-Mails.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-506" style="border: 0pt none;" title="Umgang mit E-Mails" src="http://redesign.ehmers-blog.de.w0123a6b.kasserver.com/wp-content/uploads/2012/05/Buch-Umgang-mit-E-Mails-239x300.jpg" alt="" width="239" height="300" srcset="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2012/05/Buch-Umgang-mit-E-Mails-239x300.jpg 239w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2012/05/Buch-Umgang-mit-E-Mails-816x1024.jpg 816w" sizes="(max-width: 239px) 100vw, 239px" /></a>Es hat etwas Gutes, wenn morgens die erwartete Schlange vor der Sicherheitskontrolle am Flughafen kürzer ist als befürchtet. So ging es mir heute in München. Aber so konnte ich gegenüber Gate G17 einen besonderen Buchladen entdecken &#8211; gerade recht, um dort die gewonnenen Minuten zu verbringen. Dort sprang es mich dann gleich an: ein kleines, dünnes Büchlein. Der Umschlag auf alt getrimmt, als Titelbild ein wohl gekleideter Herr, der einer ebensolchen Dame mit Fächer einen goldenen Briefumschlag übergibt. Auf den ersten Blick sieht es aus, wie ein antiquarisches Werk aus dem letzten Jahrhundert. Aber das kann nicht sein, heißt der Titel doch &#8220;Über den Umgang mit E-Mails&#8221;.</p>
<p>Mein erster Gedanke im Buchladen ist wie so oft &#8220;Willst Du das wirklich lesen oder am Ende nur fürs Regal kaufen?&#8221; Die Entscheidung ist diesmal einfach: kaufen, auf dem Flug nach Düsseldorf lesen – sicher bleibt sogar noch Zeit für eine Rezension. Der Untertitel &#8220;Die Scholz &amp; Friends E-Mail-Etikette&#8221; zeigt die Herkunft und weckt die Hoffnung, dass die Autoren der unseligen Mailkultur gleichermaßen handwerklich überzeugend wie pfiffig begegnen. Auch der Aufdruck auf dem Rückumschlag ist vielversprechend: &#8220;Ein Büchlein gegen die Verblödung der Menschheit durch E-Mails.&#8221;</p>
<p>Dies deutet auch an, warum das Büchlein eine Empfehlung wert ist. Obwohl es letztlich &#8220;nur&#8221; aus zehn Regeln besteht, die, auf Fakten reduziert, nicht von dem abweichen, was in den meisten Mailknigges zu lesen ist. Man kann inhaltlich das Gleiche sagen, aber der Empfänger der Botschaft nimmt diese trotzdem nicht gleich wahr. Was gesendet wurde, entscheidet bekanntlich der Empfänger der Nachricht. Und da kommt die Expertise einer der führenden Kommunikationsagenturen zum Tragen.</p>
<p>Natürlich beinhaltet auch der Mailknigge unseres Unternehmens die Aufforderung, einen kurzen und prägnanten Betreff für die Mail zu wählen. Und natürlich wird dies auch begründet &#8211; obwohl es selbstverständlich und selbsterklärend sein sollte. Die Autoren begründen ihre entsprechende Regel mit einem knappen Text, eingeleitet mit der Überschrift &#8220;Warum Thomas Mann den &#8220;Zauberberg&#8221; nicht &#8220;fwd: fwd: Hallöchen&#8221; nannte&#8221;. Das sitzt. Man müsste schon ziemlich abgestumpft sein, um bei seiner nächsten Mail nicht wenigstens einen Moment über den Betreff nachzudenken.</p>
<p>Und genau das ist es, was das Büchlein ausmacht. Wie eine gute Werbebotschaft zum Kauf eines Produktes motiviert, so motivieren die Autoren den Leser, sich zumindest Gedanken zu machen, besser noch das Verhalten zu ändern. Kaum jemand wird widersprechen: Manchmal sind nicht gesendete Mails gute Mails und wer Wichtiges sagen will, der sagt es persönlich. Auch Regel acht &#8220;Keine Verteiler des Grauens&#8221; dürfte ungeteilte Zustimmung finden. In diesem Zusammenhang auf die Indianer zu verweisen, die mit ihren Rauchzeichen Massen-E-Mails erfanden, schafft Aufmerksamkeit. Und es ist einleuchtend, dass die Indianer aus gutem Grund dieses Kommunikationsmittel nicht inflationär einsetzten &#8211; wie heißt es so schön &#8220;Niemals aber gaben die Indianer Rauchzeichen wie &#8220;Hat jemand den linken Mokassin von Kleiner Bär gesehen? Bitte melden!&#8221;</p>
<p>Also, eine klare Leseempfehlung &#8211; mit besonderem Hinweis auf Regel zehn: Halte Dich an die Regeln eins bis neun.</p>
<p><em>Über den Umgang mit E-Mails, Die Scholz &amp; Friends E-Mail-Etikette, Verlag Hermann Schmidt, Mainz, Einband &#8211; fest, ISBN 978-3-87439-796-4<br />
<a href="http://www.typografie.de/Unsere-Buecher/Grafikdesign/Scholz-Friends_Matthias-Spaetgens/Ueber-den-Umgang-mit-E-Mails::827.html " target="_blank" rel="noopener">hier klicken, um zur Verlagsseite zu gelangen.</a></em></p>
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		<title>Lies mal wieder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 18:29:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auch lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Buchempfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Die Pleite-Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Hank]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sicher geht es einigen &#8211; wenn nicht vielen &#8211; wie mir: die tägliche Informationsflut durch elektronische und physische Post, Zeitungen und Zeitschriften, Webseiten und Feeds, Berichte und Entscheidungsvorlagen, Protokolle und Agenden kostet nicht nur Zeit. Sie beansprucht auch die grundsätzlich vorhandene Freude am Lesen in nicht gerade geringem Maße. In...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher geht es einigen &#8211; wenn nicht vielen &#8211; wie mir: die tägliche Informationsflut durch elektronische und physische Post, Zeitungen und Zeitschriften, Webseiten und Feeds, Berichte und Entscheidungsvorlagen, Protokolle und Agenden kostet nicht nur Zeit. Sie beansprucht auch die grundsätzlich vorhandene Freude am Lesen in nicht gerade geringem Maße. In der Schule hat man noch mehr oder minder begeistert zahllose Bücher aus unterschiedlichen Epochen, Ländern und Stilrichtungen gelesen und sich so verschiedene Welten und Fragestellungen erschlossen.</p>
<p>Später dann, in Ausbildung und Studium, wurde das Lesen bestimmender Teil der Arbeit, aber eben auch deutlich eindimensionaler und zweckbezogener. Es ging vor allem um konkrete Wissensvermittlung. Im Beruf verkommt das Lesen sodann zunehmend zur schnöden Informationsvermittlung. Sprachlich oft arm, bisweilen phrasenhaft (dazu nächste Woche mehr), eben in der Regel als Kommunikationsform, die viel zu selten Anregungen gibt oder gar inspiriert, den Horizont erweitert oder nachdenklich stimmt.</p>
<p>Ich bewundere Menschen, die nach einem ausgefüllten Arbeitstag abends häufig die Gelegenheit, Muße und Kraft finden, intensiv zu lesen. Ich gestehe ein: mir gelingt das zu selten! Auch insofern ist eine Urlaubswoche etwas Gutes, schafft sie doch den Raum, nicht nur &#8220;runterzufahren&#8221; und die Zeit mit seiner Familie und Freunden zu genießen, sondern auch dafür, sich ein Buch vorzunehmen, an das man sich im Alltag nicht heranwagen würde.</p>
<p>In diesem Sinne habe ich mich über die Osterferien an &#8220;Die Pleite-Republik&#8221; von Rainer Hank &#8220;herangewagt&#8221;. Der Untertitel &#8220;Wie der Schuldenstaat uns entmündigt und wie wir uns befreien können&#8221; hat mich neugierig gemacht. Auf gut 400 Seiten zeigt der Chefredakteur der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass hoher ökonomischer Sachverstand in Kombination mit Lebenserfahrung und einem Studium in Literatur, Philosophie sowie katholischer Religion ein ausgezeichnetes Fundament für ein mehr als anregendes Buch ist.</p>
<p>Womit genau befasst sich Rainer Hank in diesem Buch? Das Inhaltsverzeichnis lässt erahnen, worum es unter den bedeutenden Überschriften Liberalismus und Freiheit geht:</p>
<p>Staatendämmerung &#8211; Eine Einleitung<br />
1 Tyrannei der Fürsorge &#8211; wo bitte geht&#8217;s zur Freiheit?<br />
2 Die Paternalistische Verführung &#8211; wo bitte geht&#8217;s zum Glück?<br />
3 Die Sozialstaatliche Verführung &#8211; wo bitte geht&#8217;s zur Wohlfahrt?<br />
4 Die Verführung der Schuldenstaaten &#8211; wo bitte geht&#8217;s zur Hölle?<br />
5 Jenseits der falschen Verführer &#8211; wo bitte geht&#8217;s zur Mündigkeit?</p>
<p>Hier wird auf einen Blick klar: es werden zahlreiche unbequeme Fragen angesprochen. Mehr als nur das, gespickt mit zahllosen fundierten Querverweisen auf die Erkenntnisse mehrerer Jahrhunderte Literatur und Forschung, vor allem in Ökonomie, Staatslehre und Politikwissenschaften, wird mit zahllose Vorurteilen und unfundierten Aussagen aufgeräumt.</p>
<p>Natürlich provoziert ein solches Buch. Doch das ist nicht negativ, sondern positiv, da anregend. Sicher werden nur wenige allen Aussagen inhaltlich folgen, manches regt klar zum Widerspruch an. Aber vielen wird es beim Lesen wie mir gehen &#8211; Hank bringt den Leser zum Nachdenken und fördert die eigene Meinungsbildung (oder &#8211; falls vorhandenen &#8211; die Überprüfung der eigenen Meinung). Bricht Europa wirklich zusammen, wenn der Euro in seiner jetzigen Form nicht fortbesteht? Wer sollte gegebenenfalls wann den Weg zu einer eigenen Währung suchen &#8211; Griechenland oder Deutschland, die schwachen oder die starken Euro-Staaten &#8211; oder keiner? Wo liegt die Grenze zwischen der Freiheit des Einzelnen und der nicht nur moralisch gebotenen Wahrung der Interessen Schwächerer? Ist es &#8211; im Großen und im Kleinen &#8211; immer richtig, füreinander einzustehen? Warum verbietet das Europäische Recht die Haftungsübernahme und wie ist es zu bewerten, dass dies faktisch ausgehebelt wurde? Wo führt es hin, wenn der Staat seine Leistungen gegenüber den Bürgern immer mehr ausweitet und zur Finanzierung nicht nur Steuern erhebt (und anhebt), sondern sich &#8211; und damit seine Bürger, vor allem kommender Generationen &#8211; hemmungslos verschuldet? Wie ist die Gesamtbilanz von Steuern und gewährten Staatsleistungen, wer profitiert &#8211; findet eine Umverteilung statt und wenn ja, in welche Richtung? Wie ist das Ergebnis der Staatsleistungen, was ist besser und effizienter: Wettbewerbsleistungen oder staatliche Leistungen?</p>
<p>Rainer Hank stellt nicht nur Fragen, er zeigt Zusammenhänge und Abhängigkeiten auf, bezieht klar Stellung und gibt damit auch Antworten &#8211; oft historisch hergeleitet und pragmatisch sowie konkret, manchmal visionär, aber immer ehrlich und sicher nicht aus der Luft gegriffen.</p>
<p>Also, in Summe eine klare Leseempfehlung für Stunden, in denen man den Kopf frei hat, um nicht nur &#8220;Zeilen zu fressen&#8221; und Informationen aufzunehmen, sondern sich über Anregungen zum Nachdenken und zur Diskussion mit Freunden und Familie freut.</p>
<p><em>Rainer Hank, Die Pleite-Republik, Blessing Verlag 2012, Gebundenes Buch ISBN 978-3-89667-421-0, eBook ISBN 978-3-641-08241-3,</em><br />
<em><a title="Link zum Buch: Die Pleite-Republik" href="http://www.randomhouse.de/Autor/Rainer_Hank/p34072.rhd?pub=10000" target="_blank" rel="noopener"> http://www.randomhouse.de/Autor/Rainer_Hank/p34072.rhd?pub=10000</a></em></p>
<p>P.S. Mit dieser Kurzrezension eröffne ich die neue Blog-Rubrik &#8220;Auch lesenswert&#8221;, in der zukünftig Buchempfehlungen zu finden sein werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2012/lies-mal-wieder/">Lies mal wieder</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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