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	<title>Benutzerfreundlichkeit Archives - Ehmers-Blog</title>
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		<title>Von Seniorenhandys und Frauenzonen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 May 2012 08:01:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brancheninsides]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Scheinbar gute Produkt- und Vermarktungsideen scheitern oft daran, dass sie die Interessen und vor allem die Befindlichkeiten derjenigen außer Acht lassen, die die Kaufentscheidung treffen. Ein Beispiel: Seit es Handys gibt, stören sich Menschen an schlecht ablesbaren Displays, zu kleinen Schriftgrößen und unverständlichen Menus. Älteren Menschen sind die Tasten häufig...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Scheinbar gute Produkt- und Vermarktungsideen scheitern oft daran, dass sie die Interessen und vor allem die Befindlichkeiten derjenigen außer Acht lassen, die die Kaufentscheidung treffen. Ein Beispiel: Seit es Handys gibt, stören sich Menschen an schlecht ablesbaren Displays, zu kleinen Schriftgrößen und unverständlichen Menus. Älteren Menschen sind die Tasten häufig zu klein, und die Bedienung ist zu kompliziert. Ansätze, auf diese Bedürfnisse abgestimmte Telefone zu vermarkten, gab es zahllose – aber sie floppten und verschwanden in aller Regel schnell vom Markt. Warum? Weil kein Senior ein Seniorentelefon kaufen möchte.</p>
<p>Nur die wenigsten Menschen stehen selbstbewusst dazu, dass mit fortschreitendem Alter einiges anders wird. Hilfsmittel, die dies kompensieren, werden oft nur dann akzeptiert, wenn sie als solche nicht erkennbar sind. Menschen mit einer Hörschwäche tragen in den seltensten Fällen Hörgeräte in einer poppigen Farbe. Häufig tragen sie keins und nehmen lieber Einbußen an Lebensqualität hin, als den scheinbaren Makel zu offenbaren. Menschen mit Gehbehinderung gefährden lieber ihre Gesundheit durch unsicheren Gang, als dass sie einen Stock oder gar Rollator nutzen. Letzteren sieht man übrigens fast ausschließlich in AOK-grau oder haben Sie schon einmal eine Carbon-Variante oder eine im stylischen mattschwarz gesehen?</p>
<p>Die Marketingbereiche der Industrie sind somit gut beraten, wenn sie einerseits Produkte schaffen, welche die tatsächlich vorhandenen Probleme und Problemchen lösen, diese aber andererseits nicht als Produkt für eine gehandicapte Zielgruppe gestalten und zu vermarkten versuchen. Weshalb funktioniert das Thema &#8220;Seniorenhandys&#8221; bei Emporia? Gehen Sie mal auf die Webseite und suchen Sie das Wort Seniorenhandy &#8211; ich habe es nicht gefunden. Die Überschrift lautet &#8220;wir machen Kommunikation einfach&#8221;. Und weiter: &#8220;Emporia hat sich darauf spezialisiert, Mobiltelefone für Menschen herzustellen, die keinen Wert auf multimediale Anwendungen und komplexe Menuführung legen&#8221;. Der Kunde entscheidet, was er möchte. Es heißt eben nicht &#8220;Sie sind zu doof und zu alt, um ein modernes Handy zu bedienen? Da haben wir die Lösung für Sie: ein Seniorentelefon in der Farbe AOK-grau, mit dem Sie klar zeigen können, dass Sie von gestern sind&#8230;&#8221; Und genau darin liegt der Grund für den Erfolg bei einem Produkt, an dem sich andere Jahre lang erfolglos abgemüht haben.</p>
<p>Diese Produkte und diese Art der Vermarktung erfordern im Handel Unternehmer und Verkäufer, die diese richtig verstehen und umsetzen. Dies ist einer der Faktoren, der guten stationären Handel auszeichnet. Dazu gehört in größeren Läden übrigens auch ein gut gemischtes Verkäufer-Team. So bunt wie unsere Gesellschaft ist, so bunt ist auch das Käuferverhalten. Manch einem sind Alter und Geschlecht des Verkäufers egal. Andere Kunden hingegen haben eine klare Vorstellung, und wer dieser Erwartung nicht Rechnung trägt, der macht kein Geschäft. Manche ältere Menschen kaufen eben lieber bei einem Verkäufer, der nicht ihr Enkel sein könnte. Ein nennenswerter Teil der Kunden ist in der klassischen Rollenverteilung gefangen und kauft Fernseher eher von Männern und Bügeleisen oder Staubsauger eher von Frauen. Das mag man beklagen, aber es ist Realität im deutschen Einzelhandel. Es sind eben neben Produktauswahl und Fachkompetenz oft eher die &#8220;weichen Faktoren&#8221;, derentwegen ein Kunde die Atmosphäre als einladend empfindet, sich im Laden wohl fühlt und dort gerne einkauft.</p>
<p>Wer sich plump anbiedert und glaubt, er könne durch Einrichtung einer Frauenecke in seinem Laden die Anzahl der Käuferinnen erhöhen, der zeigt, dass ihm jegliches Fingerspitzengefühl fehlt. Über ihn ergießt sich nicht nur der beißende Spott der Öffentlichkeit, er wird auch in der Sache erfolglos bleiben. Technisch selbstbewusste Frauen werden das als Frechheit, wenn nicht sogar Beleidigung,empfinden und den Laden meiden. Auch technisch unsichere Frauen werden in aller Regel den Laden trotzdem nicht begeistert aufsuchen, sie wollen ja ihre vermeintliche Schwäche nicht offenbaren. Und so ist es dann, wie so oft im Leben: gut gemeint ist das Gegenteil von gut.</p>
<p>Also, liebe Industrie und liebe Händler, versucht Eure Kunden zu verstehen, so schafft und verkauft ihr ihnen den Mehrwert, den sie gerne haben möchten &#8211; und davon profitieren dann alle.</p>
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		<title>In der Zange</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 08:07:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brancheninsides]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kein Zweifel, Apple hat die Welt der Kommunikation kräftig umgekrempelt. Als Nokia noch unangefochtener Marktführer war und Blackberry der Rising Star, da schmunzelte der Großteil der TK-Welt über die sich verdichtenden Gerüchte, Apple werde ein Telefon auf den Markt bringen. &#8220;Die&#8221;, so war oft zu hören, &#8220;werden sich noch umsehen....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kein Zweifel, Apple hat die Welt der Kommunikation kräftig umgekrempelt. Als Nokia noch unangefochtener Marktführer war und Blackberry der Rising Star, da schmunzelte der Großteil der TK-Welt über die sich verdichtenden Gerüchte, Apple werde ein Telefon auf den Markt bringen. &#8220;Die&#8221;, so war oft zu hören, &#8220;werden sich noch umsehen. Die haben keine Ahnung, wie unser TK-Markt funktioniert.&#8221;</p>
<p>Die Realität sah anders aus &#8211; für einige bitter anders. Nokia als ehemaliger Marktführer hat dramatisch verloren. Selten sah man jemanden so schnell aufsteigen und auf den Bauch fallen wie RIM alias Blackberry. Letztere hatten trotz ihrer B2B- /Mail-Dominanz nicht einmal mehr ausreichend Zeit, die für einen Marktführer sonst allzu oft typische Arroganz zu entwickeln, da waren sie schon auf dem absteigenden Ast.</p>
<p>Über die Erfolgsgründe von Apple im Bereich mobiler Kommunikation wurde alles geschrieben &#8211; kurz zusammengefasst:  Erstens erstmalig wirklich intuitive Bedienung, zweitens durchgehend aus Nutzersicht hergestellt, drittens toller Formfaktor und viertens einer der selteneren Fälle, in denen Pull-Marketing wegen einer überragenden Markenstärke und strikten Vertriebspolitik funktioniert. Heißt in Summe:  einfach begehrenswert.</p>
<p>Doch wie geht es weiter mit Apple? Der boomende Tablet-Markt war in 2011 weitgehend ein iPad -Markt. Bleibt das so? Ich glaube nein, und dafür gibt es gute Gründe.</p>
<p>Ein Blick auf die Entwicklung bei Smartphones zeigt, dass andere Hersteller schnell aufgeholt haben, sehr schnell. Android hat in zahlreichen Ländern IOS mittlerweile als führendes Smartphone-Betriebssystem abgelöst. Spätestens seit Android 2.3 kann ich &#8211; selbst lange Zeit begeisterter iPhone Nutzer &#8211; in der Benutzerfreundlichkeit keine durchschlagenden Unterschiede mehr feststellen. Bis dahin konnte IOS mehr oder minder alles irgendwie besser, jetzt kann nach meiner Wahrnehmung jeder einige Dinge besser.</p>
<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang der Vergleich von Android 4 (Ice Cream Sandwich) und IOS 5 von Andreas Seeger vom Fachmagazin Connect aus dem November letzten Jahres. Er zeigt, wie nah auch in den weiteren Entwicklungsstufen beide Systeme aneinanderrücken und wie der einstige Pacemaker Apple auch Funktionalität von Google übernimmt ( <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.connect.de/ratgeber/android-4-und-ios-5-im-vergleich-1210336.html">http://www.connect.de/ratgeber/android-4-und-ios-5-im-vergleich-1210336.html</a></span>). Vor diesem Hintergrund wird klar, warum die Patentstreitigkeiten zwischen Apple und Google unsäglich eskalieren, doch dazu demnächst an dieser Stelle mehr.</p>
<p>Nähern sich Benutzerfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit der Systeme auch immer mehr an, einen entscheidenden Unterschied gibt es: Android ist kein geschlossenes, proprietäres System, sondern ein für zahlreiche Hersteller geöffnetes System. Das bringt Nachteile, denn im geschlossenen System kann man Funktionalität und Stabilität sicher einfacher gewährleisten, als in einem offenen Standard. Diese Nachteile sind für den Nutzer auch erlebbar, aber die entscheidende Frage ist, wie relevant dies für die Kaufentscheidung sein wird. Sicher ist: der Preis für die Vorteile eines geschlossenen Systems ist, dass man mit ihm auch die Kreativität wetteifernder Unternehmen verhindert, die alle das Beste aus einem geöffneten Standard herausholen wollen.</p>
<p>Das anschaulichste Beispiel für den Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen System: auf Android-Smartphones kann man die Benutzeroberfläche eines iPhone imitieren (<a title="http://www.chip.de/news/Android-Handy-gratis-in-ein-iPhone-wandeln" href="http://www.chip.de/news/Android-Handy-gratis-in-ein-iPhone-wandeln_52836816.html#fdx=http%3A%2F%2Fgmads.net%2Fr%3Fgmtctrl%3D13%26gmttu%3D19731%26blindid%3D14%26width%3D160%26height%3D600%26gmtt%3Dif%26gmti%3Dblind%26gmtcl%3D1%26gmtsrc%3Dgmdeblind%26gmtv%3D4%26gmtp%3Dhttp%26gmtr%3D1329293849164">http://www.chip.de/news/Android-Handy-gratis-in-ein-iPhone-wandeln)</a>. Das stelle man sich einmal umgekehrt vor – aktuell ist es sicher eher unwahrscheinlich, dass dies die AppStore-Kontrolle passiert. Noch ist Apple offensichtlich für viele eine Nasenspitze voraus. Die Frage ist nur, ob oder besser gesagt wie lange dies anhält.</p>
<p>Auch hinsichtlich der Apps hat sich einiges geändert. Für mein erstes Android-Telefon war das App-Angebot mager. Es dominierten US-Amerikanische Apps &#8211; aber Insights lokaler American Football-Teams sind in Deutschland nur für eine schützenswerte Randgruppe interessant. Das hat sich geändert. Europa ist bei Android angekommen und die Anzahl der Apps wächst kontinuierlich. Google hat mit Android 4 ernsthafte Anstrengungen unternommen, die Plattform für Entwickler interessanter zu machen. Es wird spannend sein, zu beobachten, wie es Google gelingt, die Qualität der Apps in der Breite an die von Apple heranzuführen. Noch ist Google sicher nicht da, aber Richtung und Fortschritte sind klar erkennbar.</p>
<p>Und noch eines kommt hinzu: ich höre zunehmend, dass viele Menschen sich in einem geschlossenen System unwohl und bevormundet fühlen. In der Industriegeschichte gibt es allenfalls wenige Beispiele von proprietären Systemen, die sich dauerhaft durchgesetzt haben. Blackberry ist übrigens ein gutes Beispiel. Das System war nie wirklich offen für Wettbewerber, was die Kreativität des Marktes herausgefordert hat &#8211; eine der Ursachen für das bekannte Ergebnis &#8211; wohlwollend: Zwischenergebnis.</p>
<p>Apple droht aber nicht nur Ungemach von Google, auch Microsoft schickt sich an, mit Windows 8 einen bedeutenden Schritt zu einem erstmals wirklich ernstzunehmendem Betriebssystem für mobile Endgeräte zu machen. Und das sollte man in Cupertino nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn Windows ist im B2B-Bereich das vorherrschende System. Unzählige IT-Abteilungen in Unternehmen werden gute Gründe finden, warum der mobile Zugriff auf das Firmennetzwerk &#8211; auch über Personal Information Management hinausgehend &#8211; am besten, sichersten und reibungslosesten über Windows erfolgt – egal, ob dies stimmt oder nicht&#8230;</p>
<p>IOS ist also in der Zange, im Consumer-Bereich von Android und im B2B-Bereich macht sich Windows bereit (spannenderweise mit Nokia im Schlepptau; vielleicht wird doch noch etwas aus der Handvoll Nokia-Aktien, die ich vor Jahren für das sechsfache des aktuellen Kurses gekauft habe&#8230;).</p>
<p>Die Konsumenten kann all dies nur freuen. Lebhafter Wettbewerb verbessert, solange er nicht ruinös wird, die Produkte und Leistungen. Auch den Handel kann es nur freuen, denn er lebt von Produktvielfalt und Beratung. Zudem sind extrem marktstarke Anbieter keine wirklich angenehmen Verhandlungspartner&#8230;</p>
<p>Also: freuen wir uns, dass Bewegung in das Spiel gekommen ist. Im Smartphone-Markt ist dies bereits Realität und auch im Bereich der Tablets steht es vor der Tür &#8211; man kann das Klopfen schon deutlich vernehmen. Lassen Sie uns alle laut &#8220;Herein&#8221; rufen!</p>
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