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	<title>Dronsz Archives - Ehmers-Blog</title>
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		<title>Norbert Dronsz zum Gedenken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Nov 2019 15:38:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Dronsz]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Dronsz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Blogbeitrag hat einen überaus traurigen Hintergrund: Am 2. November verstarb bei einem tragischen Verkehrsunfall Norbert Dronsz. Er war für mich weit mehr, als mein Kollege aus der Geschäftsleitung von GrandVision Deutschland und Österreich. Bei seiner Beerdigung am 22. November hatte ich auf Wunsch der Hinterbliebenen die Ehre und gleichzeitig...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2019/norbert-dronsz-zum-gedenken/">Norbert Dronsz zum Gedenken</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft is-resized"><img decoding="async" src="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/Norbert-Dronsz-1.jpg" alt="Norbert Dronsz - verstorben am 2. November 2019" class="wp-image-2605" width="162" height="234" srcset="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/Norbert-Dronsz-1.jpg 648w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/Norbert-Dronsz-1-208x300.jpg 208w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2019/11/Norbert-Dronsz-1-600x865.jpg 600w" sizes="(max-width: 162px) 100vw, 162px" /><figcaption>Norbert Dronsz</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Blogbeitrag hat einen überaus traurigen Hintergrund: Am 2. November verstarb bei einem tragischen Verkehrsunfall Norbert Dronsz. Er war für mich weit mehr, als mein Kollege aus der Geschäftsleitung von GrandVision Deutschland und Österreich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seiner Beerdigung am 22. November hatte ich auf Wunsch der Hinterbliebenen die Ehre und gleichzeitig unendlich schwere Aufgabe, eine Trauerrede zu halten. Es war die schwerste Rede meines Lebens. Im Sinne eines Nachrufes für einen großartigen Menschen veröffentliche ich sie nachstehend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">______________________________</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unendlich traurig &#8211; über das was passiert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und
gleichzeitig</p>



<p class="wp-block-paragraph">unendlich
dankbar &#8211; für das was gewesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das beschreibt ganz gut, was in mir persönlich vorgeht und was vermutlich auch das Gefühl aller ist, die heute hier sind. Und unsere aller schwere Aufgabe für die Zukunft ist, dass die Dankbarkeit überwiegt und den Schmerz besiegt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich
persönlich bin sehr dankbar für die letzten fünf Jahre, in denen wir gemeinsam
gearbeitet und gelacht, geflucht und uns gefreut haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert Dronsz war 15 Jahre lang Personalchef von Apollo in Deutschland und von Pearle in Österreich. Richtiger Weise war er nicht nur Personalchef. Wir nennen die Rolle in unserer Unternehmensgruppe GrandVision seit gut einem Jahr weltweit nicht mehr Personalchef, sondern Director People and Culture. Und wenn man so will, dann war Norbert Dronsz genau das schon seit 15 Jahren: Ein Director People and Culture. People, weil es ihm stets um die Menschen ging und Culture, weil er wie kaum einer die Kultur unseres Unternehmens geprägt hat. Dabei stand er als Leuchtturm und Garant für gute Werte und für Anstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert hat
mir einmal augenzwinkernd erzählt, dass er einige Zeit nach seiner Anstellung
zu seinem damaligen Chef gegangen ist und ihm gesagt hat:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In unserem
Vorstellungsgespräch haben Sie mir gesagt, es gäbe einige Baustellen. Das
stimmte nicht. Es ist <em>eine</em> große
Baustelle.“ Ich glaube dass es genau so war. Und umso beeindruckender ist, was
er in den vergangenen 15 Jahren erreicht hat und wo Apollo und Pearle heute
stehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wäre er jetzt
hier, so würde er mich unterbrechen „Nicht ich habe das erreicht, mein Team hat
es erreicht &#8211; mit meiner Unterstützung vielleicht“. Aber es war eben doch über
weite Strecken er, der diese Veränderung bewirkt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt
nicht viele Unternehmen in Deutschland, deren Bereich People and Culture so
hochdekoriert und so vielfach ausgezeichnet ist, wie der von Apollo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert und
sein Team haben zahllose Preise erhalten. Ich möchte hier nicht alle wie
Trophäen hochhalten. Ich erwähne jedoch einen, weil ich weiß, wie besonders wichtig
ihm das Thema war. Als bester Ausbildungsbetrieb der Branche und
branchenübergreifend als einer der besten in Deutschland ausgezeichnet zu
werden, das war für ihn – und für uns alle – etwas Besonderes. Ohne Norbert Dronsz
wäre sehr sehr viel von alledem nicht möglich gewesen. Und dafür sind wir ihm sehr
dankbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie hat
Norbert dies geschafft? Und warum war er so beliebt, auch mit all seinen Ecken
und Kanten? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert
Dronsz war im positiven Sinne anders. Er war ein besonderer Mensch. Dabei
schöpfte er auch viel Kraft und Antrieb aus der Beschäftigung mit anderen, und
vor allem auch aus Büchern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man
seine Person erfassen möchte, dann helfen einem dabei zwei Autoren ganz
besonders: Tolkien und Tucholski.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von Kurt
Tucholski stammt der Satz:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Gleichgültigkeit so vieler
Menschen beruht auf ihrem Mangel an Phantasie.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert
Dronsz war nie gleichgültig. Er war von Werten getragen und hatte eine klare
Vorstellung davon, wie er seine Phantasie in die Realität umsetzen kann. Und
diesen Weg ist er nicht alleine gegangen. Er hat seine Teams, seine Kollegen
und alle um ihn herum mit auf diese Reise genommen. Im guten Sinne war er
rastlos und angetrieben davon, Dinge zum Besseren zu verändern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tolkien
formuliert in Herr der Ringe:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Selbst der Kleinste kann den Lauf der
Zukunft verändern.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das war
ein Leitmotiv für Norbert Dronsz. Er ermutigte stets die Menschen um ihn herum,
ihren Beitrag zu leisten. Er war keiner, der etwas einfach hinnahm, ohne es zu
hinterfragen und erst recht keiner, der resignierte, weil man es ja ohnehin
nicht ändern kann. Und mit dieser Haltung hat er zahllose Menschen dabei
begleitet zu wachsen. Zu Wachsen als Persönlichkeit, als Mensch, aber eben auch
als Mitarbeiter, als Führungskraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch für
eine weitere Stärke von Norbert Dronsz hilft es, bei Tucholksi nachzulesen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wer auf andere Leute wirken will, der
muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert Dronsz
konnte das wie wenige. Und damit meine ich nicht nur die Worte. Sprache steht für
alles und in ganz besonderem Maße für die gelebte Empathie. Er interessierte sich
für die Menschen, wollte wissen, was sie bewegt und teilhaben an ihrem Leben.
Dies war stets ein ehrliches Interesse. Ein ehrliches Interesse von jemandem,
der Menschen mochte und von Grund auf positiv und optimistisch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch daher
vertrauten die Menschen ihm. Sie spürten seine Ehrlichkeit und waren dankbar
für den Raum, den er ihnen gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raum zu
geben, Fehler zuzulassen, das ist oft nicht leicht &#8211; vor allem in der Hektik
des Alltags und angesichts des Ergebnisdrucks, den eine solche Funktion mit
sich bringt. Und trotzdem war es ihm wichtig, und er ermöglichte es. Es war ihm
wichtig, weil er wusste, dass einer seiner Lieblingsautoren Recht hatte, als er
schrieb </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Erfahrungen vererben sich nicht –
jeder muss sie allein machen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele
Menschen scheitern daran, andere ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Schon
bei der Begleitung von Kindern beim Heranwachsen und erst recht im beruflichen
Umfeld. Dass Norbert diese Herausforderung meisterte und nicht daran scheiterte
lag vielleicht auch daran, dass er etwas anderes wusste, was eben jener Autor
geschrieben hatte:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Vorteil der Klugheit besteht
darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitte sehen
Sie es mir nach: Norbert hätte es mir übel genommen, wenn ich nicht wenigstens
einen Satz gesagt hätte, der uns alle vielleicht zu einem kleinen Schmunzler in
dieser schweren Stunde anregen kann. Denn auch das war prägend für ihn: sein unverwechselbarer
Humor und die Freude daran, gemeinsam mit anderen zu lachen, spitzbübische
Bemerkungen zu machen und andere aus der Reserve zu locken – nie bösartig, aber
doch oft sehr spannend. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Legendär
waren seine Fragen in Vorstellungsgesprächen. Einige hier im Raum werden sich
erinnern, wie verblüfft sie waren, als sie gefragt wurden, wieviel Smarties
wohl in einen VW Golf passen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert Dronsz
war im Geiste stets Leistungssportler. Und damit meine ich nicht nur seine Zeit
als ausgezeichneter aktiver Handballer. Dies ist auch eine Frage der Haltung,
eine Frage des Charakters: Nicht immer nur den einfachen Weg gehen, sich selber
fordern und dabei wachsen und reifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zieht
sich durch viele Facetten seines Lebens. Es ist einfach, Fan eines Fußballclubs
zu sein, der immer unter den Top 3 steht. Das kennen wir aus der Region südlich
von Franken. Norbert hat sich für Schalke 04 entschieden. Sein Verein.
Königsblau. Und er war stolz, dass seine Tochter beim Umzug nach Bayern
selbstbewußt in Königsblau in die Schule ging. Ein entsprechendes Foto stand
auf seinem Schreibtisch, direkt neben dem Bild seiner geliebten Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, das ist bloß
eine Anekdote, aber sie zeigt auch, wie er andere angesteckt hat, wie er sie
ermuntert hat, ihren Weg zu gehen und für ihre Meinung und ihre Werte
einzustehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In Norberts
Sinne lasse ich ein letztes Mal Tucholski zu Wort kommen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Denn nichts ist schwerer und nichts
erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu
befinden und laut zu sagen: Nein.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert Dronsz
hat laut Nein gesagt, wenn es denn erforderlich war. Damit hat er uns bei
Apollo und Pearle oft als moralischer Kompass gedient. In all seiner
Tiefgründigkeit und Scharfsinnigkeit. Als Garant für gute Werte. In diesem
Sinne wird er auch in Zukunft in unserem Unternehmen und in unseren Herzen
wirken. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und um genau
diese Zukunft ging es ihm stets und vorrangig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Norbert
Dronsz war kein Mensch der Vergangenheit. Wir alle kennen diese Menschen. Menschen,
die rückwärtsgewandt sind. Menschen die entweder mit verklärtem Blick über die
gute alte Zeit schwärmen oder verbittert auf die Ungerechtigkeiten des Lebens
zurückschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein,
Norbert war kein solcher Mensch. Norbert Dronsz war ein Mensch der Gegenwart
und vor allem der Zukunft: Was können wir aus der Vergangenheit lernen und es
dadurch heute besser machen? Was können wir heute schon machen, damit es morgen
noch besser wird? Und was ist mit Übermorgen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fragen
haben Norbert beschäftigt. Er hat sich jetzt bereits Gedanken darüber gemacht,
wie sich die Altersstruktur und der Personalbedarf unseres Unternehmens in zehn
und zwanzig Jahren darstellen wird und was wir heute und morgen machen müssen,
um diese Herausforderung zu bewältigen. Daher bin ich mir sicher: Norbert würde
uns auffordern genau das auch in dieser schweren Stunde zu tun: Nach einem
dankbaren Blick zurück den Blick nach vorne zu richten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer seiner
engsten Mitarbeiter, von dem ich weiß, dass Norbert ihn sehr geschätzt hat, hat
mir dieser Tage mit einem Sokrates-Zitat Mut zugesprochen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Niemand kennt den Tod und niemand
weiß, ob er für den Menschen nicht das allergrößte Glück ist.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über diesen
Satz hätte ich vermutlich mit Norbert stundenlang sehr angeregt diskutieren
können. Am Ende wären wir uns beide einig gewesen: Das stimmt. Niemand weiß es.
Und sicher wären wir uns auch einig gewesen, dass dieser Satz für die Sehnsucht
steht, für das, was wir alle hoffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit
schließt sich der Kreis:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unendlich traurig &#8211; über das was passiert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und
gleichzeitig</p>



<p class="wp-block-paragraph">unendlich dankbar &#8211; für das was gewesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und unsere aller schwere Aufgabe für die Zukunft ist, dass die Dankbarkeit überwiegt und den Schmerz besiegt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">___________________________________________</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">In tiefer Dankbarkeit, Jörg Ehmer</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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