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	<title>Quergedacht Archives - Ehmers-Blog</title>
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	<title>Quergedacht Archives - Ehmers-Blog</title>
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	<item>
		<title>Pink Washing ist das neue Green Washing</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2020 08:43:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Diversity]]></category>
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		<category><![CDATA[IWiL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerne veröffentliche ich hier ein Interview zum Thema Pink Washing ist das neue Green Washing, welches ich kürzlich der IWiL (Initiative Women into Leadership) gegeben habe. Die Fragen hat Alexandra Iwan für die IWiL-Redaktion gestellt. Anläßlich des Weltfrauentages 2020 haben wir so gemeinsam über den weiteren Diversity-Tellerrand geschaut. Ich wünsche...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2020/pink-washing-ist-das-neue-green-washing/">Pink Washing ist das neue Green Washing</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-medium is-resized"><img decoding="async" src="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2020/03/iwil2-300x147.png" alt="Initiative Women into Leadership" class="wp-image-2735" width="225" height="110" srcset="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2020/03/iwil2-300x147.png 300w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2020/03/iwil2.png 321w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Gerne veröffentliche ich hier ein <a href="https://www.iwil.eu/brain-food-zum-iwd-von-dr-joerg-ehmer/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="Interview (öffnet in neuem Tab)">Interview</a> zum Thema Pink Washing ist das neue Green Washing, welches ich kürzlich der <a rel="noreferrer noopener" aria-label="IWiL (Initiative Women into Leadership) (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.iwil.eu/" target="_blank">IWiL (Initiative Women into Leadership)</a> gegeben habe. Die Fragen hat <a rel="noreferrer noopener" aria-label="Alex Iwan (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.textschwester.de/agentur.html" target="_blank">Alexandra Iwan</a> für die IWiL-Redaktion gestellt. Anläßlich des Weltfrauentages 2020 haben wir so gemeinsam über den weiteren Diversity-Tellerrand geschaut. Ich wünsche anregende Lektüre.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><em>Pink Washing ist das neue Green Washing. Was verbinden Sie damit?</em></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Den
peinlichen Versuch, die eigene Kurzsichtigkeit und Engstirnigkeit zu
übertünchen. Das gilt für Green Washing, für Pink Washing und für jeden Versuch,
ein gesellschaftlich relevantes Thema für sich zu vereinnahmen, ohne dass man
wirklich glaubhaft dafür steht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><em>Wie beurteilen Sie die unternehmerischen
und kommunikativen „pinken“ Strategien von Unternehmen?</em></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Leider
sehe ich immer wieder, dass Unternehmen die LGBTQ-community offensichtlich als
interessante Zielgruppe erkannt haben und sich „anbiedern“, ohne dabei wirklich
glaubwürdig zu sein. Generell neigen leider zu viele Unternehmen dazu, auf der
Werte-Ebene zu kommunizieren, ohne wenigstens zu versuchen, diese Werte
durchgehend zu leben. Das gilt beispielsweise auch für die Förderung von Frauen
in Führungsrollen. Die meisten Unternehmen haben verstanden, dass es besser
ist, wenn man sich öffentlich dafür ausspricht. Die wenigsten davon unternehmen
ausreichende Anstrengungen, aber genau das auch über alle Führungsebenen zu
leben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies nicht einfach ist und auch
nicht immer gelingt – aber viele machen es sich auch zu einfach… </p>



<h4 class="wp-block-heading"><em>Können Sie uns konkrete Beispiele
nennen, die Ihnen hier in Deutschland aufgefallen sind? </em><em>Positive und negative?</em></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Generell ist es positiv, wenn Unternehmen sich mit diesem
Thema auseinandersetzen und beispielsweise entsprechende Mitarbeiternetzwerke
offiziell anerkennen und unterstützen. Nun kann man auf den ersten Blick
darüber streiten, wie bedeutend es ist, wenn beispielsweise von über 130.000
Mitarbeitern der BMW Group sich vielleicht ein halbes Prozent in einem LGBT+ &#8211;
Netzwerk zusammenschließt oder bei Vodafone möglicherweise einige wenige
hundert von 13.000 Mitarbeitern. Aber diese Betrachtungsweise wäre aus meiner
Sicht falsch. Denn die Anerkennung und Unterstützung des Unternehmens sendet,
wenn sie ehrlich erfolgt, ein klares Signal in die richtige Richtung – nämlich
für Offenheit und Toleranz. Und dabei handelt es ist nicht um die einzige
Aktivität der beiden genannten Unternehmen in diese Richtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun habe ich keine echte Innensicht aber von außen
betrachtet, finde ich das gut und angesichts der Art und Weise der
Kommunikation sieht es auch nicht nach Pink Washing aus. Gleichzeitig fällt
aber am Beispiel der BMW Group auf, dass unter den sieben Vorständen nur eine
Frau ist, und das obwohl BMW sich schon seit vielen Jahren zur Förderung von
Frauen auch in Spitzenpositionen bekennt. Der Frauenanteil im Vorstand
entspricht also dem, was man sich schon für vor zehn Jahren vorgenommen hatte.
Zumindest bei Gender Diversity im Vorstand ist also noch Luft nach oben, wie
die sich verändernde Zusammensetzung des eigenen Aufsichtsrates zeigt.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><em>Denken Sie, dass Pink Washing eine
erfolgreiche Strategie sein kann?</em></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schon meine Oma sagte: „Lügen haben kurze Beine“. Und das gilt natürlich in digitalen Zeiten mehr denn je. Es macht also keinen Sinn, wenn ein Unternehmen versucht, den unberechtigten Anschein zu erwecken, (Gender) Diversity ernst zu nehmen, ohne den Worten auch Taten folgen zu lassen. Kunden lassen sich ebenso wenig blenden wie neue Mitarbeiter oder das eigene Team. Am Ende verlieren also Pink-Washer doppelt: Einerseits weil sie die Chancen der Vielfalt auf allen Ebenen verpassen und andererseits weil sie Erwartungen enttäuschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Google &#8211; digitaler Gatekeeper für alle Ewigkeit?</title>
		<link>https://www.ehmers-blog.de/2017/google-digitaler-gatekeeper-fuer-alle-ewigkeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 21:58:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Gatekeeper]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Google scheint als digitaler Gatekeeper unanfechtbar - ist das wirklich so?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2017/google-digitaler-gatekeeper-fuer-alle-ewigkeit/">Google &#8211; digitaler Gatekeeper für alle Ewigkeit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.google.de"><img decoding="async" class="wp-image-2359 size-thumbnail alignright" src="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/052EFA30-4948-4C53-984D-6D4E12F51AE8-150x150.png" alt="" width="150" height="150" srcset="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/052EFA30-4948-4C53-984D-6D4E12F51AE8-150x150.png 150w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/052EFA30-4948-4C53-984D-6D4E12F51AE8.png 200w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a><span style="font-size: 1.0625rem;">Es ist schon erstaunlich, wie rasant und konsequent sich Google eine dominante Marktposition als Gatekeeper in der digitalen Welt erarbeitet hat. Fast alle, die heute im Internet surfen, nutzen Google Services. Wer im Internet gesehen werden will &#8211; und das gilt im besonderen Maße für Händler &#8211; der optimiert seine Websites so, dass er den Google-Algorithmen bestmöglich „auffällt“. Pay per Click Marketing ist im wesentlichen Suchmaschinenmarketing bei Google. Natürlich gibt es noch einige andere Optionen, aber Google ist dominierend.</span></p>
<p>In der tradierten Wirtschaft, der old Economy, hätte solch eine dominante Position wahrscheinlich für Jahrzehnte Unangreifbarkeit und wirtschaftlichen Erfolg bedeutet. Aber ist die Rolle von Google tatsächlich derart stark und unanfechtbar? Gibt es keine Wolken am Google-Himmel? Gilt für Google „too big to fail“? Die Antwort ist ein klares „nein“.</p>
<p>Nehmen wir zum Beispiel die neu aufkommenden Sprachassistenten. Wer seinen Sprachassistenten fragt, wie das Wetter ist, ihn nutzt um einen Tisch im Restaurant zu reservieren oder um einen Flug zu buchen, der nutzt nicht mehr die Internet-Plattform von Google. Die sprachgesteuerte Suche ersetzt den Eingabeprozeß bei Google. Je mehr derartige Systeme genutzt werde und damit die Rolle des Gatekeepers zur digitalen Welt übernehmen, umso weniger wichtig wird die Web-Plattform von Google.</p>
<p>Eines der ersten Sprachassistenz-Systeme, mit dem wirklich der Massenmarkt angesprochen wurde, heißt Google Home. Das ist wirklich bemerkenswert. Google greift sein eigenes Geschäftsmodell im Kern an! Und genau das unterscheidet die gar nicht mehr so neue new Economy von der tradierten Industrie. Dieses Verhalten weicht sehr deutlich ab von dem der Zeitungsverleger, als die digitale Kommunikation den Massenmarkt eroberte oder vom Verhalten der tradierten Automobilkonzerne in Sachen Elektromobilität &#8211; um nur zwei Beispiele zu nennen.</p>
<p>Aber ist das Google-eigene Sprachassistenzsysteme die einzige Bedrohung für Googles bisheriges Kern-Geschäftsmodell? Sicher nicht! Und damit meine ich nicht nur die Kommunikation via Social Media, zum Teil in geschlossen Gruppen, die außerhalb der Google-Welt stattfindet und immer relevanter wird für Kunden, Marken und Händler.</p>
<p><a href="http://Amazon.de"><img decoding="async" class="alignright wp-image-2366 size-thumbnail" src="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/4DC3DD34-2DFB-43E7-9503-1169FD16394F-150x150.png" alt="" width="150" height="150" srcset="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/4DC3DD34-2DFB-43E7-9503-1169FD16394F-150x150.png 150w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/4DC3DD34-2DFB-43E7-9503-1169FD16394F-300x300.png 300w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/10/4DC3DD34-2DFB-43E7-9503-1169FD16394F.png 500w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>Betrachten wir Amazon. Das allererste wirklich auf den Massenmarkt zielende Sprachassistenz-System kam nämlich von Amazon: Alexa oder Amazon Echo. Google war nicht „First Mover“ sondern „Fast Follower“!</p>
<p>Doch das ist nicht der einzige Angriff von Amazon auf Google. Ein sehr nennenswerter Anteil aller produktbezogenen Suchvorgänge kaufwilliger Internetnutzer erfolgt nämlich mittlerweile über Amazon und nicht über Google. Ein wichtiger Unterschied zu Preisvergleichsplattformen ist, dass die starke Position von Amazon den Zugang via App oder direct-type-in zur Folge hat. Für Preisvergleichsplattformen ist oft noch Google der Gatekeeper.</p>
<p>Natürlich stemmt Google sich gegen Amazon. Aber das ist nicht so einfach. Amazon hat eine gigantische IT und Logistikorganisation aufgebaut. Und das ist nicht alles. Neben einer leistungsfähigen Plattform für Händler wurde auch ein eigener Online-Handel aufgebaut. Und es wird großer Wert darauf gelegt, dem Kunden zahlreiche Services und ein perfektes Einkaufserlebnis zu garantieren. Das ist zumindest in einigen Bereichen deutlich mehr, als Google aktuell zu bieten versucht&#8230;</p>
<p>Auf den ersten Blick sieht es also so aus, als wäre Amazon auf dem Vormarsch und würde sich eine stabile dominante Position im kategorieübergreifenden digitalen Handel, vielleicht sogar im Omnichannel-Handel aufbauen. Jedoch gilt hier letztlich die gleiche Frage wie bei Google: Ist die Position Amazons wirklich so stark und gefestigt, quasi unangreifbar? Wirft man einen Blick auf vergleichbare Plattformen und Angebote in <a href="https://www.alibaba.com/">Asien</a>, dann relativiert sich einiges. Das Rennen ist sicher noch nicht entschieden, und es ist ein globales Rennen.</p>
<p>Aber selbst das ist noch nicht „das Ende“: (Wie) Werden die Möglichkeiten der virtuellen Realität noch einmal alles verändern und vielleicht komplett neue Möglichkeiten schaffen? Spannend ist, dass Google intensiv in Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality investiert. Noch einen Schritt weiter: Wird vielleicht eine vollkommen neue Technologie den Handel und auch die Welt der Marken komplett verändern &#8211; beispielsweise durch eine direkte Beziehung zwischen Kunden und Herstellern? Unterhält man sich mit Blockchain-Spezialisten, könnte auch das schon bald möglich sein.</p>
<p>All das zeigt, was der aktuellen und zukünftigen Wirtschaft zu eigen ist: Nichts ist mehr für die Ewigkeit oder zumindest für sehr lange Zeiträume sicher! Auch marktdominante Unternehmen können sehr schnell unter Druck kommen, bedeutungslos werden und verschwinden, wenn sie nicht wachsam sind, alle bestehenden Möglichkeiten nutzen, sich selbst und ihr Geschäftsmodell permanent in Frage stellen und sich sehr schnell verändern. Darauf kommt es immer mehr an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2373" src="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2017/11/Flagge-UK-150x150.png" alt="" width="30" height="18" />PS: Eine englische Version dieses Artikels finden Sie auf meinem <a href="http://www.linkedin.com/in/dr-jörg-ehmer" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn-Profil.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2017/google-digitaler-gatekeeper-fuer-alle-ewigkeit/">Google &#8211; digitaler Gatekeeper für alle Ewigkeit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Brexit &#8211; Brooray or Bregret?</title>
		<link>https://www.ehmers-blog.de/2016/brexit-brura-or-bregret/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2016 14:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[bregret]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[brura]]></category>
		<category><![CDATA[european union]]></category>
		<category><![CDATA[leave]]></category>
		<category><![CDATA[remain]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dear friends in the United Kingdom, You really did it! I must admit: I did not expect this to happen. I thought &#8220;look, they are really smart: pushing their luck, and at the end they will stay and benefit from having played &#8216;all in&#8217;&#8230;&#8221; Now you really did it. Brexit....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2016/brexit-brura-or-bregret/">Brexit &#8211; Brooray or Bregret?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dear friends in the United Kingdom,</p>
<p>You really did it! I must admit: I did not expect this to happen. I thought &#8220;look, they are really smart: pushing their luck, and at the end they will stay and benefit from having played &#8216;all in&#8217;&#8230;&#8221;</p>
<p>Now you really did it. Brexit. And, of course, you have every right to take that decision. Furthermore, I also know: many people from abroad advised you to vote &#8220;remain&#8221; and that presumably has influenced the decision to leave. Because you love your freedom and independence. Throughout the entire history: the Empire is the Empire &#8211; and the Empire prefers to set the rules and not to follow others. Frankly spoken, somehow and to a certain extend I like that, as &#8220;freedom&#8221; is something I rate very high on my personal scale of values!</p>
<p>On top of that you are right. In some areas, the European Union is a nightmare: costly, excessive red tape, the need to compromise slows things down and sometimes avoids the best decisions. It is easy to blame all that and to see the advantages of being independent from that political system. So now you are free to define for yourselves, what curves Bananas might have and you can be sure, that no one will ban your nice, traditional toasters, just because they waste energy.</p>
<p>We will miss you in our community. We will miss your experience, the way you decide on the background of your history and obviously your politeness, style and last but for sure not least the &#8220;British Humour&#8221;, which sometimes makes things easier and helps to focus on what matters.</p>
<p>I am well aware of the fact that there has been an intense discussion in the United Kingdom about the economical consequences of a &#8220;leave-decision&#8221;. So I assume you thought well enough about it and decided, that the benefits weigh stronger than the risks. And I also assume you considered well enough what conclusions the people in Scotland and/or Northern Ireland may draw &#8211; or you simply don&#8217;t care. For sure you accept the hassle which each and every divorce creates &#8211; it will cost you a few years to sort that out, but it looks like you are convinced that the time and money for this are well invested. Personally I do not share your view on these questions, but that does not matter at all: it is definitely your call&#8230;</p>
<p>However, there is one aspect, I really missed in the discussion &#8211; and that worries me. Part of the reason, why the United Kingdom grew to such a strong nation is that living on an island has never been a limit. A strong nation, yearning for globalisation in times, in which other peoples were focused on their fairly limited territory and stayed in their development well behind you. You grew faster because you benefited from being a pioneer of globalisation. Not only because of the trading and import-business, but also because of the cultural experience you gained and the global diversity, which helped you to grow faster and more successful than most of the other nations.</p>
<p>Looking at the last two decades, there are not many other nations that benefited stronger from globalisation than you did. Just look at &#8220;The City&#8221; &#8211; it became a key part of your actual wealth and power. In my eyes your decision to leave is a decision, which is strongly against your heritage and against everything that made you successful in history &#8211; at least over the last 300 years. Your decision to leave the European Union is a decision against globalisation in stark contrast to a global trend that is accelerating. It is a decision to focus on yourselves, to minimize the influence of others and to reduce the learning which results from the need to work together with others in a close cooperation at eye level. And this is what globalisation is nowadays and even more tomorrow: creating global success together with other cultures in a close cooperation.</p>
<p>To me, but that is only my personal opinion, the decision pro Brexit is not as brave as it looks like at first glance. It feels more like the decision of someone who is afraid. Afraid that he is not in control anymore and prefers to stay or get back in control, even though it might be on a much, much lower level. The world is so complicated outside, much worse than the good old times, so let&#8217;s turn the clock back. But &#8220;the good old times&#8221; are gone. The world is complex. A lot of players. Cooperation with others, alliances and being open and able to compromise is the key for success and will become even more. Generally speaking: times changed and leaving a strong community looks in my eyes like an outdated attitude of the past. The time of lone wolves is over&#8230;</p>
<p>I would ask, are you convinced that through leaving the European Union, your country is now better placed and more competitive as an economy when dealing with the remains of Europe, the United States, China and India? Honestly: I do rate the potential and the achievements of the United Kingdom very high. But I doubt that the chances for the UK alone are better than the chances of a combination of various shades of cultures and experiences in many strong economies. Yes, you will get rid of some nasty decisions and rules &#8211; but will you have the power to play with the &#8220;big boys&#8221;? And even if, are you sure, your weight is heavy enough to influence the world stronger than together with the rest of Europe? This is bullish and at least risky &#8211; I would not bet my money on that&#8230;</p>
<p>Interesting enough, the economic centre of the United Kingdom, London, voted &#8220;remain&#8221; &#8211; those who created and still deliver your actual wealth and power would have preferred to stay. And the young generation also voted &#8220;remain&#8221; &#8211; they thought, that would be the best for their future. But that&#8217;s democracy: the majority takes the decision &#8211; full stop.</p>
<p>And now, as this decision has been taken, I write that letter &#8211; not earlier, as I did not wanted to stand in a line with those, who pushed with their advise for &#8220;remain&#8221; inadvertently a shift to &#8220;leave&#8221; (&#8230;especially as I know, that &#8220;free advise&#8221; from a German is sometimes as welcome as a penalty shoot-out&#8230;). Anyhow, I write that letter, as I hope, that everybody will act prudent now. Let us try to make the best out of it and let us work closely together against an upcoming renaissance of nationalism, globally and especially in the European countries &#8211; this should be for very good reasons buried in a dark corner of our common experience and European history.</p>
<p>Who knows, maybe you even surprise everybody once more and decide to jump a backflip, correct the decision in another poll? There is a window of opportunity &#8211; but only for a short period of time&#8230; Whatever may happen, believe it or not: I hope your judgement and decision in a few years will be proven to be right and, in case you really leave the European Union, mine as wrong. In case it turns out that way, I will not hesitate to admit that I was wrong.</p>
<p>Let me close this letter with &#8220;All the best for you and for all of us&#8221; or, to say it in your words: God Save the Queen!</p>
<p>Your European friend, Jörg Ehmer</p>
<p>PS:<a href="https://m.youtube.com/watch?v=jHPOzQzk9Qo" target="_blank"> https://m.youtube.com/watch?v=jHPOzQzk9Qo</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.europarl.europa.eu/portal/de"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-2082" src="http://redesign.ehmers-blog.de.w0123a6b.kasserver.com/wp-content/uploads/2016/06/parlament.jpg" alt="Europäisches Parlament" width="600" height="400" srcset="https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2016/06/parlament.jpg 900w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2016/06/parlament-300x200.jpg 300w, https://www.ehmers-blog.de/wp-content/uploads/2016/06/parlament-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2016/brexit-brura-or-bregret/">Brexit &#8211; Brooray or Bregret?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zu kurz gesprungen &#8211; 20 Cent für eine Plastiktüte lösen das Problem nicht</title>
		<link>https://www.ehmers-blog.de/2016/plastiktueten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2016 17:15:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühr]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Plastiktüte]]></category>
		<category><![CDATA[Plastiktüten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2014 haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union entschieden, die Menge verbrauchter Plastiktüten durch Gebühren oder andere konkrete Maßnahmen zu verringern. Nach langem Ringen hat sich der Handelsverband jetzt, im April 2016, gegenüber dem Bundesumweltministerium verpflichtet, Plastiktüten kostenpflichtig abzugeben. Zunächst soll dies für 60% der Menge gelten, in zwei Jahren für...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>2014 haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union entschieden, die Menge verbrauchter Plastiktüten durch Gebühren oder andere konkrete Maßnahmen zu verringern. Nach langem Ringen hat sich der Handelsverband jetzt, im April 2016, gegenüber dem Bundesumweltministerium verpflichtet, Plastiktüten kostenpflichtig abzugeben. Zunächst soll dies für 60% der Menge gelten, in zwei Jahren für 80%.</p>
<p>Nun kann man nicht ernsthaft daran zweifeln, dass es gut ist, Plastikmüll zu verringern. Die meisten Plastiktüten brauchen mehrere hundert (!) Jahre bis sie vollständig zersetzt sind. Somit ist jede Maßnahme, die Plastiktüten reduziert, lobenswert. Also alles bestens?</p>
<p>Wohl kaum. Es ist eher beschämend, wie lange wir in Deutschland bis zu dieser Selbstverpflichtung gebraucht haben und wie halbherzig wir das Problem angehen. Statt stolz darauf zu sein, dass nunmehr ein Teil des Handels Geld für Plastiktüten verlangt, wäre es besser, das Übel zumindest auch direkt an der Wurzel zu packen. Und das ist eine gemeinsame Aufgabe für Handel und Verbraucher.</p>
<p>Was kann der Handel tun? Wer glaubt, Bio-Plastiktüten seien die Lösung, der muss lernen, dass diese außerhalb professioneller Kompostierungsanlagen längst nicht so gut verrotten, wie man glauben könnte. Noch problematischer ist der für den Produktionsprozess erforderliche Maisanbau. Also Papier? Wir haben uns bei Apollo für Papiertaschen entschieden, wenngleich wir wissen, dass auch die vor allem wegen des Energieeinsatzes und der Umweltbelastung bei der Produktion nicht unproblematisch sind. Dennoch aus meiner Sicht das kleinere Übel, denn wenigstens vermeiden wir, dass sich unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel und deren Nachfahren noch mit unserem Plastikmüll herumschlagen müssen.</p>
<p>Der wichtigste Beitrag, den der Handel leisten kann, ist jedoch, nicht jeden Kleinsteinkauf ungefragt in eine Tüte zu stopfen. Denn die einzige gute Lösung ist, auf Tüten weitgehend zu verzichten.</p>
<p>Keine Sorge, ich möchte nicht jeden verpflichten, mit einem fair gehandelten Baumwollbeutel aus biologischem Anbau shoppen zu gehen. Aber nicht jeder Kunde kauft einen Anzug, für den er eine vernünftige Transportmöglichkeit benötigt. Die weit überwiegende Menge der ausgegebenen (Plastik-)Tüten wird einfach überhaupt nicht benötigt:</p>
<p>Kleine Einkäufe kann man problemlos in die Jacken- oder Handtasche stecken. Und Einkäufe im Supermarkt kann man auch in leere Pappkartons packen, die ohnehin schon als Umverpackung produziert wurden und sonst nur weggeworfen werden. In den Kofferraum des Autos kann man sich eine Kiste oder Tasche zum Transport legen. Und wenn man bei einem anderen Einkauf schon eine Tüte erhalten hat, dann kann man oft den Folgeeinkauf auch einfach dazu packen. Wenn das jeder so machen würde, ginge der Verbrauch vermutlich schlagartig auf einen Bruchteil zurück &#8211; einfach so.</p>
<p>Also, lassen Sie uns Verantwortung übernehmen und das tun, was so naheliegend und einfach ist &#8211; als Kunde und als Händler.</p>
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		<title>Wenn es denn nur ein Sportverein wäre&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2015 20:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Stadt Strasbrüss hatten vor vielen Jahren die Vorsitzenden einiger Sportvereine eine gute Idee. Jeder einzelne Verein tat sich im Wettbewerb gegen große Sportvereine schwer. Außerdem war es auch wenig hilfreich, dass sich Nachbarn sportlich beharkten, statt die Kräfte zu bündeln, um gemeinsam im Wettbewerb zu größeren Vereinen und...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Stadt Strasbrüss hatten vor vielen Jahren die Vorsitzenden einiger Sportvereine eine gute Idee. Jeder einzelne Verein tat sich im Wettbewerb gegen große Sportvereine schwer. Außerdem war es auch wenig hilfreich, dass sich Nachbarn sportlich beharkten, statt die Kräfte zu bündeln, um gemeinsam im Wettbewerb zu größeren Vereinen und anderen Städten bestehen zu können.</p>
<p>Also tat man sich in einem Verbund zusammen. Die Vereine blieben mit ihren Vorständen formal selbständig, aber man machte einfach mehr zusammen. Man bildete Trainings- und Spielgemeinschaften, kaufte die Ausstattung gemeinsam und investierte zusammen in neue Sportanlagen. Die Freundschaft unter den Mitgliedern ehemals &#8220;verfeindeter&#8221; Vereine wuchs und gedieh. Auch der sportliche Erfolg stellte sich ein.</p>
<p>Anfangs bestand der Verbund nur aus sechs Sportvereinen der Kernstadt. Je stärker die Gemeinschaft wuchs, umso anziehender wurde sie auch für die Sportvereine der Randbezirke und Nachbargemeinden. Der wachsende Zusammenschluss brachte viele Vorteile, so dass man über die gleichzeitig aufkommende Bürokratie und bisweilen endlose Diskussionen hinwegsehen konnte. Natürlich wollte jeder ehemals komplett eigenständige Verein viele seiner Besonderheiten behalten, und die anderen sollten sich ändern. Das Ergebnis waren oftmals Kompromisse, manchmal auch faule. Aber das Gesamtmodell funktionierte, es war ein Erfolgsmodell.</p>
<p>Vor einigen Jahren gingen die mittlerweile 15 Vereinsfürsten noch einen Schritt weiter. Wenn man schon so eng aneinander gerückt war, dann könne man doch auch wirtschaftlich &#8220;gemeinsame Sache&#8221; machen. Man überzeugte die Mitglieder, indem man schwor, es solle keinesfalls eine Haftungsgemeinschaft werden, in der einer für die Schulden des anderen hafte. Aber dabei blieb es nicht. Im Laufe der Jahre war der Verbund der Sportvereine auf mittlerweile 28 Vereine angewachsen. 19 davon waren in der engeren Wirtschaftsunion verbunden &#8211; leider hatten sie eine sehr unterschiedliche wirtschaftliche Situation sowie Leistungsfähigkeit und auch keine strikt umgesetzten einheitlichen Finanzregeln.</p>
<p>In diesem wirtschaftlichen Verbund fühlten sich viele wirtschaftlich stärker, als sie es waren &#8211; und sie lebten über ihre Verhältnisse. Manch einer hatte sich mit falschen Angaben in die Wirtschaftsunion der Vereinsgemeinschaft gemogelt und unternahm nicht genug, um wenigstens nachfolgend in eine gesunde Finanzsituation hineinzuwachsen. Als die ersten Vereine wirtschaftlich in ernste Not kamen, sprangen letztlich doch die stabilen und leistungsfähigeren Vereine ein. So wurde faktisch aus dem Verbund der Sportvereine eine Haftungsgemeinschaft.</p>
<p>Dies sorgte zwar für einigen Verdruß, aber letztlich klappte es mit vereinten Bemühungen &#8211; auch, weil die in Not geratenen Vereine die Solidarität der anderen Vereine richtig verstanden und ihren Beitrag dazu leisteten, dass sie nicht dauerhaft auf die Finanzspritzen der anderen angewiesen waren. Sie erhöhten ihre Mitgliedsbeiträge und stellten sicher, dass diese bezahlt wurden. Sie strichen Vergünstigungen für Teile ihrer Mitglieder und sparten Ausgaben ein, indem ihre Mitglieder ehrenamtlich Arbeiten übernahmen. Privilegien von Vereinsfunktionären wurden abgeschafft und die Leistungsfähigsten der betroffenen Vereine erfolgreich um Untersützung gebeten. Alles wurde auf den Kopf gestellt und mit gemeinsamen Anstrengungen gelang es. So sind beispielsweise zwei Vereine im Süden und Nordwesten der Stadt heute auf einem guten Sanierungskurs und haben das Schlimmste überstanden.</p>
<p>Ein kleiner Mitgliedsverein ist diesen steinigen Weg nicht konsequent, sondern allenfalls halbherzig gegangen. Und so wurden auch die Banken, die diesem Verein hohe Kredite gegeben hatten, nervös. Auch die anderen Vereine wollten, nachdem sie bereits mehrfach mit hohen Beträgen geholfen hatten, nicht mehr bedingungslos weiter investieren. Zwar waren sie sich bewußt, dass auch sie bei den Sanierungsbemühungen nicht immer die richtigen Maßnahmen gefordert hatten. Aber andererseits hatte auch der Vereinsvorstand keine anderen, wirkungsvollen Maßnahmen definiert und umgesetzt, so wie es die Vorstände der Vereine im Süden und Nordosten der Stadt getan hatten.</p>
<p>Die Spannungen im Verein nahmen zu und die Mitgliederversammlung wählte in dieser Situation einen neuen Vorstand, der versprach, alles zum Guten zu wenden. Dieser Vorstand trieb es jedoch auf die Spitze. Er hielt sich nicht an getroffene Zusagen, verzögerte die Sanierungsgespräche mit den Gläubigern immer wieder, warf sie sogar aus ihrem Vereinslokal und machte unbeirrt mit dem weiter, was die Probleme verursacht hatte. Das Training fand weiter vorzugsweise abends bei teurem Flutlicht statt. Von vielen Mitgliedern wurden und werden keine Beiträge eingezogen, obwohl gerade die Leistungsfähigsten mit hohen Beträgen im Rückstand waren und sind. Die Vergünstigungen für ältere Mitglieder wurden und werden in einem viel früheren Alter gewährt, als bei den anderen Vereinen und vieles mehr. Der Vorstand des Vereins wiederholte nur selbstbewußt, wie es aus seiner Sicht nicht geht, blieb aber einen eigenen konkreten Lösungsansatz schuldig.</p>
<p>Als die anderen Vereine der Gemeinschaft unbeirrt auf einem verbindlichen und wirksamen Sanierungsplan bestanden, äußerte sich der neue Vereinsvorstand gegenüber seinen Mitgliedern immer emotionaler und negativer. Die Vereinsgemeinschaft terrorisiere sie erpresserisch und hätte die Banken dazu bewegt, den Geldhahn zuzudrehen. Die Sanierungsforderungen verletzten die Mitglieder in ihrer Würde, der Vereinsverbund habe die Pflicht, wesentliche Teile der Schulden bedingungslos zu übernehmen. Er habe nicht das Recht, überzogene Forderungen zu stellen. Mit anderen Worten: ein klares Nein, &#8220;zu Euren Bedingungen lassen wir uns nicht helfen, wir diktieren die Bedingungen, zu denen ihr uns zu helfen habt&#8221;.</p>
<p>Neben der Gemeinschaft der Vereine sind die Leidtragenden dieser Entwicklung vor allem die Mitglieder dieses Vereins. Ihre Vereinsführung hat ihnen die Ausübung des Sports unmöglich gemacht, die Situation dramatisch verschlechtert und die Mitgliedschaft gespalten. Am sportlichen Wettbewerb nimmt der Verein nicht mehr teil. Selbst die Rehabilitation-Sportkurse für Ältere und Kranke wurden gestrichen.</p>
<p>Da hilft es auch nichts, dass zwischenzeitlich der Kassenwart zurückgetreten ist. In erster Linie trägt der Vorsitzende die Verantwortung dafür, dass das Klima zu den anderen Vereinen zunehmend vergiftet ist. Die Errungenschaften der langen Jahre sind in kurzer Zeit ruiniert worden, auch weil die Mitglieder mit alten Stereotypen gegen die anderen Vereine und ihre Mitglieder aufgehetzt wurden. Längst zugeschüttete Gräben wurden wieder aufgerissen und das Ganze schaukelt sich wechselseitig immer weiter auf.</p>
<p>Die Gemeinschaft der anderen Vereine wird immer ungehaltener und mag es immer weniger hinnehmen, sich zu 80 Prozent ihrer Zeit mit den Problemen eines Vereins zu befassen, der nicht mehr als 2 Prozent der Mitglieder der Vereinsgemeinschaft stellt. Die Mitglieder wollen, dass sich ihre Vorstände wieder um die Entwicklung ihrer Vereine kümmern und die dort bestehenden Herausforderungen lösen. Daran ändert es auch nichts, dass der kleine Verein ein Traditionsverein ist, sogar das Sportvereins-Wesen mit erfunden hat und dass man ehrlich Mitleid mit den Mitgliedern des anderen Vereins hat &#8211; ihnen möchte man gerne helfen, oder zumindest helfen, sich selbst zu helfen.</p>
<p>Schon heute kann man sagen, dass dem Gedanken des Sports und der Gemeinschaft der Sportvereine ernsthaft Schaden zugefügt wurde. Also, es wird Zeit, dass die Vereinsgemeinschaft und der kleine Verein endlich final ihr Verhältnis zueinander klären: Vorzugsweise kommt man zur Besinnung und findet einen strukturell sauberen Weg, aber wenn es miteinander nicht vernünftig geht, dann hilft vielleicht in dieser Beziehung vorübergehend etwas Abstand.</p>
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		<title>&#8230;zu kurze Arme sind peinlicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2015 13:38:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Lesebrille]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ganz Deutschland bewundert Helmut Schmidt. In seiner Souveränität und geistigen Brillanz stellt er die meisten anderen Menschen in den Schatten. Egal ob sie 25, 50 oder 75 Jahre jünger sind. Irgendwie hat bei unserem Bundeskanzler a. D. keiner ein Problem damit, dass er körperlich unverkennbar gealtert ist. Er ging erst...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz Deutschland bewundert Helmut Schmidt. In seiner Souveränität und geistigen Brillanz stellt er die meisten anderen Menschen in den Schatten. Egal ob sie 25, 50 oder 75 Jahre jünger sind. Irgendwie hat bei unserem Bundeskanzler a. D. keiner ein Problem damit, dass er körperlich unverkennbar gealtert ist. Er ging erst mit einem Stock und sitzt nun im Rollstuhl, hört etwas schlechter und bemüht sich auch sonst nicht, äußerlich ein jüngeres Alter vorzutäuschen. Aus ihm spricht deutlich &#8220;ja, ich gehe stramm auf die Hundert zu und das ist körperlich etwas anderes als Mitte Vierzig oder gar Mitte Zwanzig &#8211; na und?&#8221;</p>
<p>Geht man mit wachen Augen durch die Welt, so fehlt es vielen Menschen halben Alters an der gleichen Souveränität. Vielmehr wird allenthalben die Grenze zur Peinlichkeit überschritten. Und damit meine ich nicht nur Haartransplantationen und Haare-Färben, gefolgt vom Falten-Wegliften, bis das natürliche Lachen vergeht. Auch die jovial-anbiedernde Adaption der Jugendsprache und das Tragen von &#8220;Klamottenmarken&#8221;, die sonst nur Teenager tragen, sind nicht wirklich besser. Übrigens finden es die derart Kopierten (und nicht nur die) eher negativ belustigend, wenn ihre Eltern, Onkel und Tanten die gleichen Marken tragen.</p>
<p>Wenn man &#8211; wie ich &#8211; Mitte Vierzig überschritten hat, dann merkt man an sich selbst noch etwas anderes &#8211; und kann es im Freundeskreis beobachten: die Arme werden kürzer. Natürlich nicht wirklich. Es sind eher die Augen, die beginnen, schlechter zu werden. Das Lesen fällt schwerer, insbesondere, wenn es dunkel und die Schrift kleiner wird. Das ist in dem Alter normal. Die Optik Branche freut sich darüber übrigens aus gutem Grund und ruft aus &#8220;früher oder später kriegen wir Euch (fast) alle!&#8221;</p>
<p>Nun könnte es so einfach sein: eine vernünftige (Lese-) Brille kaufen und schon kann man wieder mit ausreichend langen Armen lesen &#8211; auch Speisekarten im Restaurant-Dämmerlicht. Wenn es auch mit der Fernsicht etwas hapert, einfach zu einer gut angepaßten Gleitsichtbrille greifen oder zu dezenten Multifokal-Kontaktlinsen. Fertig. Aber nein, das könnte ja ein körperliches Gebrechen signalisieren. Also strecken viele lieber die Arme, recken sich unter eine Lampe und meinen, das fällt keinem auf.</p>
<p>Das ist ähnlich irrig, wie die Annahme Schwerhöriger, keiner würde merken, dass sie ein Hörproblem haben. Wer ehrlich zu sich selber ist, der muss sich eingestehen, dass man sein Alter nicht wirklich kaschieren kann &#8211; wozu auch, es gibt hierfür keinen wirklichen Grund. All dies ist deutlich peinlicher, als in der entsprechenden Situation eine schicke Brille aufzuziehen oder ein Hörgerät zu tragen. Letztere sieht man übrigens kaum noch. Und selbst wenn man sie sieht: na und?</p>
<p>Also, liebe Mittvierziger und Fünfziger, wirklich souveräne Menschen, wie der eingangs genannte Helmut Schmidt, stehen zu den natürlichen Veränderungen und sind klug genug, sie auszugleichen und sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.</p>
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		<title>Ich liebe TXL, NUE und BRE &#8211; FRA eher weniger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2015 19:16:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
		<category><![CDATA[BRE]]></category>
		<category><![CDATA[FRA]]></category>
		<category><![CDATA[Fraport]]></category>
		<category><![CDATA[NUE]]></category>
		<category><![CDATA[TXL]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Modernität und Übernahme internationaler Standards führen nicht zwangsläufig zu Kundenzufriedenheit. Wer häufiger Großflughäfen wie FRA nutzt kennt das.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle schütteln den Kopf über das Berliner Flughafen-Neubau-Desaster. Vielreisende freuen sich, dass Tegel noch in Betrieb ist. Und wer existierende Großflughäfen kennt, der weiß erst richtig, was er an TXL hat, und an NUE und BRE &#8211; nicht aber an FRA.</p>
<p>Nehmen wir einfach eine durchschnittliche Tages-Geschäftsreise von/bis Frankfurt alias FRA. Ähnlich wie für manch einen Weihnachten überraschend am 24.12. kommt, ist jeder Montag offenkundig wieder eine böse Überraschung für den Flughafenbetreiber. Anders wäre es nicht zu erklären, warum man auch nach Jahrzehnten nicht in der Lage ist, für einen wenigstens einigermaßen zumutbaren Ablauf zu sorgen.</p>
<p>Liebe Marketing-Profis des Fraport: was erwarten Sie eigentlich, wenn Sie an einem Montagmorgen jedem zweiten Kunden einen Zettel in die Plastikbox legen, damit er Ihnen nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle eine Rückmeldung gibt, ob er zufrieden ist? Jeder ist froh und zufrieden, wenn er die Sicherheitskontrolle endlich hinter sich hat! Nur die wenigsten haben Zeit und Lust auf eine derart überflüssige, ja provozierende Befragung. Diejenigen, die dennoch den Zettel einwerfen, haben Mitleid mit den Mitarbeitern der Sicherheitskontrolle. Denn die können ja nichts dafür, sind selber gestresst und dennoch meistens freundlich.</p>
<p>Stellen Sie sich einfach montags einmal selber in die Warteschlange. Egal ob &#8220;Priority&#8221; oder &#8220;Normal&#8221; &#8211; Sie werden auf zahllose verärgerte Menschen stoßen. Versteinerte Mienen, immer wieder dezentes Kopfschütteln und unruhiges &#8220;Auf die Uhr sehen&#8221;. Lauschen Sie doch einmal den spontanen Kurzdialogen von sich wildfremder Menschen. Mit nur etwas Empathie und gesundem Menschenverstand sehen Sie als Marketing-Profi auf einen Blick, wie zufrieden die Reisenden sind.</p>
<p>Hat man die Ansteh-Tortour endlich überstanden, folgt der Marsch-Mehrkampf. Zunächst schlängelt man sich zwangsgeführt durch den Duty-Free. Vorbei an zahllosen grell geschminkten Promotorinnen, die einem Parfümproben anbieten &#8211; hoffentlich lehnt auch mein späterer Sitzplatznachbar dankend ab. Selbst Ikea hat mittlerweile akzeptiert, dass eine derartige Kunden-Zwangsführung Verdruss schafft. Solch ein Verhalten kann sich nur ein Monopolist erlauben. Und nichts anderes ist ein Flughafen wie Frankfurt für jemanden, der im Rhein-Main-Gebiet wohnt.</p>
<p>Weiter geht&#8217;s. Zunächst erst einmal vorbei an der Lounge-Warteschlange (ist dank der Warteschlange bei der Sicherheitskontrolle mal wieder zu spät für ein kleines Frühstück). Und schließlich geht es auf den Marsch zum Gate.</p>
<p>Letztens hat es mich wieder einmal erwischt. Auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt die SMS: Ihr Gate hat sich verändert, neues Gate: A68. Oh, prima, ein ausgedehnter Morgenlauf. Fast 45 Minuten habe ich für die Sicherheitskontrolle benötigt, dann noch eine Viertelstunde im lockeren Trab zum Gate. Auf dem Rückweg bin ich übrigens bei A42 angekommen &#8211; so habe ich an einem Tag das komplette Terminal erlaufen.</p>
<p>Auch nach der abendlichen Rückkehr gibt der Flughafen noch einmal alles. Beim direkten Weg zum Ausgang wurden die Schilder entfernt. Die Ausgangs-Beschilderung versucht, einen noch einmal durch den Shopping-Bereich zu lotsen. Egal, als Vielflieger kennt man den Weg und geht geradeaus. So kommt man schneller ins Parkhaus. Hier angekommen ist der Wagen mal wieder zugeparkt, weil die Parkbuchten in der Breite in den 50er Jahren stehengeblieben sind &#8211; also durch den Kofferraum reinkrabbeln&#8230;</p>
<p>Ich weiß, Zwangsführungen durch Einkaufsbereiche sind internationaler Standard. Sie sind wichtig für ein gutes Betriebsergebnis. Und bei einer zeitgemäßen Parkhausgestaltung gingen Stellplätze und damit Einnahmen verloren. Aber wer so offenkundig auf Profit optimiert und sehenden Auges seine Kunden verärgert, der sollte sich nicht mit Kundenzufriedenheitsbefragungen aufhalten. Also, wie gesagt, ich liebe NUE, BRE und TXL, die sind zu klein für so etwas, aber unglaublich angenehm für die Kunden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2015/ich-liebe-txl-nue-und-bre-fra-eher-weniger/">Ich liebe TXL, NUE und BRE &#8211; FRA eher weniger</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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		<title>Parlament mit falschen Prioritäten</title>
		<link>https://www.ehmers-blog.de/2015/falsche-prioritaeten-quengelkassen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dr. Jörg Ehmer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jan 2015 22:25:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Quergedacht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Terroranschläge haben Paris, Europa und die Welt erschüttert. Nicht nur im Euro-Raum kämpft die Wirtschaft mit massiven Problemen. Und die zunehmende Destabilisierung Russlands könnte zu Verwerfungen und Konflikten ungekannten Ausmaßes führen, bis hin zur massiven Bedrohung der europäischen und globalen Friedensordnung. Bürgerkriege und Terrormelizen verursachen Flüchtlingsdramen und eine Seuche rafft Zehntausende...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Terroranschläge haben Paris, Europa und die Welt erschüttert. Nicht nur im Euro-Raum kämpft die Wirtschaft mit massiven Problemen. Und die zunehmende Destabilisierung Russlands könnte zu Verwerfungen und Konflikten ungekannten Ausmaßes führen, bis hin zur massiven Bedrohung der europäischen und globalen Friedensordnung. Bürgerkriege und Terrormelizen verursachen Flüchtlingsdramen und eine Seuche rafft Zehntausende dahin. Man könnte meinen, es gäbe genug, auf das sich der Bundestag dringend konzentrieren sollte.</p>
<p>Andererseits scheint es verlockender zu sein, einen Teil der Energie darauf zu verwenden, die Bürokratie zu steigern und Freiheitsrechte einzuschränken. Wer jetzt an die Diskussion über Vorratsdatenspeicherung denkt, der denkt an etwas anderes als ich &#8211; eine Entscheidung über dieses Streitthema wurde ja geschickt durch Abschieben auf die EU erneut vertagt. Nein, unser Parlament hat sich vergangene Woche (auch) mit ganz anderen Dingen beschäftigt.</p>
<p>Quasi als Rahmenprogramm zur Grünen Woche wurde das Thema &#8220;Ernährung&#8221; in einer Breite und Tiefe diskutiert, die bemerkenswert ist. Die Regierungs- und die Opositionsfraktionen haben in drei getrennten Anträgen ihre Weltanschauung zum Thema Ernährung ausgebreitet. Es wurden nicht nur Anträge vorgelegt. Ganze 15 (!) Redebeiträge gab es in einer fast zweistündigen Debatte (en détail <a title="Plenarprotokoll vom 15.1.2015" href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/18/18079.pdf#P.7476" target="_blank">nachzulesen im Plenarprotokoll</a>), bevor das Ganze zur weiteren Bearbeitung in die Ausschüsse überwiesen wurde. Neben einigen sicher sinnvollen Maßnahmen findet sich ein buntes Sammelsurium zahlloser Regelungs- und Regulierungsvorschläge. Setzte man beispielsweise alle Vorschläge aus dem <a title="Drucksache 18/3733" href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/037/1803733.pdf" target="_blank">Antrag der Grünen</a> um, so müsste man sicher hunderte Mitarbeiter in der Verwaltung einsetzen, um die entsprechenden Regeln auszuarbeiten und die Umsetzung zu administrieren. Der Aufwand der betroffenen Unternehmen, um diesem Bürokratiemonster Herr zu werden, wäre bestimmt ebenso hoch.</p>
<p>Aber es geht nicht &#8220;nur&#8221; um Kosten und um Bürokratie, es geht um mehr. Spätestens seit der <a title="Mein Bauch gehört mir?" href="http://www.ehmers-blog.de/2013/veggie-day/" target="_blank">Diskussion über einen Veggieday</a> weiß man, dass manch einer gerne anderen vorschreiben möchte, was sie zu essen haben. So ehrenvoll es ist, sich um eine gesunde Ernährung zu bemühen, <a title="Mein Bauch gehört mir?" href="http://www.ehmers-blog.de/2013/veggie-day/" target="_blank">wie bereits an anderer Stelle beschrieben</a> liegt zahlreichen der Vorschläge ein fehlerhaftes Menschenbild zugrunde. Erwachsene sollten selber entscheiden dürfen (und müssen), was sie essen.</p>
<p>Welcher Geist viele der vorgeschlagenen Regelungen trägt, zeigt ausgerechnet der <a title="Drucksache 18/3726" href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/037/1803726.pdf" target="_blank">Antrag der Regierungsfraktionen</a> eindrucksvoll. Diese wollen die Regierung unter anderem anweisen, &#8220;darauf hinzuwirken, dass „quengelfreie“ (süßigkeitenfreie) Kassen in Supermärkten angeboten werden&#8221;. Als Vater von drei Kindern weiß ich, wie nervig es sein kann, den penetranten Kinderwunsch abzulehnen &#8211; auch, aber nicht nur an &#8220;Quengelkassen&#8221;. Aber letztlich ist dieses &#8220;Nein-Sagen&#8221; ein Teil der Erziehung, ein Teil des Grenzensetzens. Für das Anliegen, auf eine gesunde Ernährung hinzuwirken, ist es sogar kontraproduktiv, die Konfrontation zu vermeiden und so Kommunikation und Erziehung zu unterbinden.</p>
<p>Ist es wirklich die Aufgabe der Bundesregierung, den Lebensmitteleinzelhandel dazu zu bewegen, dieses lästige Konfliktpotential mit den eigenen Kindern aus dem Weg zu räumen? Aus meiner Sicht definitiv nicht. Wer das Gequängel nicht haben möchte, wer sich der Konfrontation mit seinem Kind und der Erziehung entziehen möchte, der soll auf andere Einkaufsmöglichkeiten ausweichen &#8211; wenn der Kundendruck hoch genug ist, dann wird sich schon ein Anbieter mit &#8220;quengelfreien&#8221; Kassen durchsetzen.</p>
<p>Die Fraktion der <a title="Drucksach 18/3730" href="http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/037/1803730.pdf" target="_blank">Linken</a> spricht sich nicht nur in ungeahnter Einigkeit mit der Regierung gegen &#8220;Quengelkassen&#8221; aus. Sie verlangt sogar, dass &#8220;Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, auch über den Umweg der Erziehungsberechtigten oder anderer Ernährungsvorbilder, konsequent eingeschränkt wird&#8221;. Das ist schon stark. Bei den Erziehungsberechtigten (Erwachsenen) darf nicht für Kinderschokolade und Überraschungseier geworben werden? Und Jogis Jungs dürfen nicht mehr für Nutella werben? Soll dies ausnahmslos für alle Lebensmittel gelten &#8211; also auch für kindbezogene Werbung für Bio-Obst aus regionaler Erzeugung? Wer bitte entscheidet gegebenenfalls, was gute und was schlechte Lebensmittel sind?</p>
<p>Warum springt man so kurz? Konsequent wäre es, die Lebensmittelproduktion zu verstaatlichen, den Speiseplan gesetzlich zu verordnen und das Essen ausschließlich in kommunalen Großküchen für alle zu kochen? Nebenbei könnte man im Speisesaal noch gesellschaftskritische Literatur vorlesen lassen. All dies könnte man über eine weitere Steuer finanzieren. Sie denken, das ist jetzt übertrieben? Einverstanden, das ist es. Aber ebenso übertrieben ist es, dass die Regierung &#8220;Quengelkassen&#8221; abschaffen soll und dass für Kinder-Lebensmittel nicht mehr bei Erwachsenen geworben werden soll.</p>
<p>Also, liebe Parlamentarier: beschäftigen Sie sich nicht mit &#8220;Quengelkassen&#8221;, sondern mit den zahllosen drängenden Problemen, treffen Sie wohlüberdachte, mutige Entscheidungen und setzen Sie sie konsequent um &#8211; und lassen Sie den Bürgern die Freiheit und Verantwortung, die unsere Gesellschaft ausmacht und wohltuend von anderen Regiemen unterscheidet.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ehmers-blog.de/2015/falsche-prioritaeten-quengelkassen/">Parlament mit falschen Prioritäten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ehmers-blog.de">Ehmers-Blog</a>.</p>
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