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Photokina 2012 – vernetztes Vergnügen

Eine weitere Etappe im Messe-Monat September: 2012 ist Photokina-Jahr. Da gab es in diesem Jahr Beachtenswertes zu sehen. Und damit meine ich nicht nur schnellere Autofokus-Systeme, die auch im Halbbdunkel arbeiten, hellere Fotolampen, leichtere Stative und viele andere Innovationen im Detail, aber mit echtem Mehrwert.

Es ist schon eindrucksvoll, welche Bandbreite die Hersteller mittlerweile abdecken und wie schnell die Entwicklung voranschreitet. Bei Canon beispielsweise ist an der Spitze des Sortiments die EOS 1Dx als Top-Spiegelreflex-Kamera für Profis gerade erst auf dem Markt, da wird auch schon als Vorserienmodell auf gleicher Plattform die EOS 1Dc gezeigt – für Video-Profis ein Hammer. Sie verspricht mit ihrer Fähigkeit zur Aufnahme von 4K Videos Content für die auf der IFA gezeigten 4 K Fernseher. Das ist natürlich High End und selbst für die meisten ambitionierten Hobby-Fotografen kaum bezahlbar. Doch auch unterhalb dieser Leistungsspitze gab es viel zu sehen und auszuprobieren. So zeigte Nikon beispielsweise eine Kamera mit weniger als 100 Gramm Gewicht in der Größe einer Kreditkarte – damit ist die Bandbreite abgesteckt.

Alles beherrschendes Kernthema der Photokina 2012 war Connectivity. An allen Ecken und Enden, bei jedem Aussteller, der was auf sich hält, wimmelte es vor WiFi, Facebook und Youtube Logos sowie Cloud-Symbolen. Und in Anlehnung an den im CE-Bereich gut bekannten Airplay-Begriff sah man natürlich auch (selbsterklärend) „Airprint“.

Wie erwartet halten auch Apps zur Steuerung Einzug auf Kameras.
Sony und Samsung stehen hier in der ersten Reihe und nutzen ihre Kompetenz aus dem Smartphone-Bereich. Smartphone ist ein gutes Stichwort. Samsung hat eine neue Kamera nicht ohne Grund „Galaxy Camera“ genannt – die Welten verschwimmen auch hier. Die Benutzeroberfläche der Galaxy Camera ist mit der des Smartphones nahezu identisch – kein Wunder, ist doch Android 4.1 (Jelly Bean) als Betriebssystem an Bord. Selbtsverständlich inklusive 3G/4G und WiFi-Netzverbindung.

Aber auch die tradierten Foto-Schwergewichte drängen in dieses Feld: Canon verbindet Kameras via WiFi mit dem Tablet und zeigt mit einer Beta Version der Canon Cloud wie das Geschäftsmodell ausgedehnt werden soll.

Wohin die Reise geht, verdeutlicht auch, dass htc mit seinen Smartphones auf der Photokina vertreten ist – schräg gegenüber wird unter der Traditionsmarke Rollei ein 12 x Zoom für iPhones angeboten…

Interessant ist, wie sich Sony in Richtung hoher (bis höchster) Bildqualität positioniert. Mit der neuen RX1 hat man einen der großen und vielbeachteten Messeknaller geliefert. Super Optik und Vollformat-Sensor in einer kompakten Kamera höchsten Niveaus. Trotz des stolzen Preises von ca.  3.100 Euro wird sie ihre Fans und Abnehmer finden. Einmal mehr ist es nicht nur für die Marke, sondern auch für den Markt gut, wenn jemand zeigt, was geht und in Preisklassen vordringt, die bisher eher Leica vorbehalten waren. Das macht es dann einfach leichter, den Kunden zu erklären, warum ca. 649 Euro für die RX100 ein echtes Schnäppchen sind.

Auch deutlich unterhalb der RX1-Preisreferenz gibt es offenkundig von mehreren Herstellern ausgezeichnete Bildqualität. Was vor kurzer Zeit noch Spiegelreflexkameras vorbehalten war, ist jetzt eindeutig im Bereich der spiegellosen Kameras angekommen. Panasonic bringt es auf den Punkt: „Suddenly professional Images derive from DSLM Cameras“.

Ein weiterer großer Hit der Photokina waren Action-Kameras in allen erdenklichen Formen und Qualitätsstufen. Egal ob hochwertig und generalistisch im schlag- und wasserdichten Gehäuse oder ob bereits in Ski- oder Taucherbrillen verbaut. Das Angebot ist groß – sicher auch ein Trend für Weihnachtsgeschäft und Skisaison. Dieser Trend könnte der Branche auch etwas darüber hinweghelfen, dass das Preiseinstiegssegment zunehmend von Smartphones „aufgefressen“ wird.

Mein Fazit: Foto wird viel interessanter und dynamischer – und die Heimvernetzung bekommt durch diese Entwicklung zusätzliche Impulse. Das ist im Handel gut für diejenigen, die sich der Herausforderung stellen und die erforderliche Kompetenz aufbauen. Insbesondere für Foto- und Telekommunikations-Fachhändler heißt es, aufmerksam zu sein. Die Veränderungen in der Produktwelt bieten wechselseitig gute Chancen, in neue Märkte vorzudringen.

Also, auch im Foto-Bereich spannende Zeiten und tolle Produkte, um Kunden zu begeistern – und für den Handel, um Geld zu verdienen.


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