Für ’n guten Zweck

Geld spenden kann man für viele Dinge. Zum Beispiel für einen Wahlkampf. Im US-Wahlkampf wurden viele Milliarden Dollar eingesammelt und dann sogleich hemmungslos verbraten. Kurze Andachtspause: eine Milliarde = 1.000.000.000 – (und davon mehrere!). Realistisch betrachtet geht es politischen „Spendern“ allzu oft nicht nur, aber gerade auch in den USA primär nicht, um die Unterstützung politischer Willensbildung, sondern vor allem auch um Einflussnahme – bei manchem wäre „Investor“ sicher passender als Spender…

Da lobe ich mir doch diejenigen, die selbstlos spenden. Auch kleine Beträge, um etwas Gutes zu bewirken. Und zwar ohne jegliches Eigeninteresse – außer vielleicht dem, der Hölle zu entkommen. Und gerade jetzt ist es wieder soweit: Weihnachten naht. Damit naht für viele auch die Zeit der gesteigerten Bereitschaft, etwas Gutes zu tun. Und, frei nach Wowi: Das ist auch gut so.

Interessant, aber gleichzeitig nicht wirklich überraschend in diesem Zusammenhang: Die Masse aller Spenden kommt von Privatleuten und mittelständischen Unternehmen – und nicht etwa von globalen Großkonzernen und Banken. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn hat in einer Studie belegt, dass kleine und mittlere Firmen in Relation zum Umsatz rund dreimal mehr für soziales Engagement ausgeben als die größeren Unternehmen. Das ist auch wenig verwunderlich, entscheidet doch bei mittelständischen Unternehmen in der Regel der (Familien-) Eigentümer nach seinen Wertmaßstäben frei, für was er das erwirtschaftete Geld einsetzen möchte. Bei börsennotierten Großunternehmen entscheiden dies die Anleger, und die verfolgen, insbesondere wenn sie institutionelle Anleger sind, eher andere Ziele. Dazu passend verweise ich gerne auf meinen Blog-Beitrag, den ich zur Olympiade verfasst habe – auch in der Sportförderung übernimmt der Mittelstand mit Abstand mehr Verantwortung. Da zeigt sich einmal mehr, wie wichtig und gesellschaftlich bereichernd der Mittelstand für Deutschland ist. Egal ob Fachhändler, Produzent von Automobilteilen oder Elektrokleingeräten.

Sie wollen auch etwas Gutes tun, kennen aber keinen richtig guten Zweck? Kein Problem. Ich helfe gerne und stelle hier drei Projekte vor, von denen ich persönlich begeistert bin:

1) ASOCIACION PACHAMAMA e.V.

Ich habe es mir selber privat vor Ort in Peru angesehen und unterstütze dort unter anderem ein Patenkind. Jeder Euro kommt vor Ort an, es gibt keinen Verwaltungswasserkopf. Die Organisation leistet hervorragende Hilfe für Kinder aus armen und Problemfamilien. Bildung und herzliche Menschlichkeit stehen im Vordergrund. Die Asociacion Pachamama ist in jeder Hinsicht förderungswürdig und chronisch geldbedürftig.

2) Tor zur Hoffnung e.V. 

Ebenfalls ein hilfreiches Projekt. Auch hier bin ich persönlich engagiert und weiß aus einem privaten Besuch in Brasilien, dass das Geld zu hundert Prozent ankommt. Über Sport – Beachsoccer – werden Kinder aus einem Armenviertel von Gewalt-und Drogenkarriere ferngehalten, erhalten Bildung und Lebensperspektive. Auch hier bewirken kleine Beträge viel.

3) BUCHKINDER LEIPZIG e.V.

Ein beeindruckendes Projekt, das Kindern in Deutschland nicht nur an das Kulturgut „Buch“ und damit auch an Bildung heranführt, sondern auch Selbstbewusstsein und Stärke aufbaut. Soziale Kompetenz wird begründet, Werte werden vermittelt – und all dies offenkundig mit viel (Lebens-) Freude. Ich bekomme beruflich bedingt sehr viele Spendenwünsche und natürlich kann man leider nicht jeder Bitte entsprechen. Selten hat mich etwas so überzeugt wie dieses Projekt. Und: Auch in Deutschland kann man nicht jeden Hilfebedarf auf den Staat abschieben – bürgerliches und unternehmerisches Engagement ist erforderlich.

Es gibt zweifelsohne noch zahllose weitere gleichermaßen vorbildliche Projekte. Wer etwas (oder gerne auch etwas mehr) Geld abzweigen kann, der findet viele Gelegenheiten, sich für einen wirklich guten Zweck zu engagieren. Es hilft nichts, über „man müsste mal“ zu sinnieren – bekanntlich gibt es nichts Gutes, außer man tut es.

Also, wenn Sie es sich irgendwie leisten können, geben Sie sich einen Ruck.

 

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